Domherrenhaus genannt «Blauer Hof»
Ein grosses Gebäude, das «Osteinische Schlösschen», stand bereits vor der Niederlassung des Domkapitels in Arlesheim. In diesem Gebäude, später «Blauer Hof» genannt, wurden die Versammlungsräume des Kapitels eingerichtet; ein grösserer Sommer- und ein kleinerer, heizbarer Winter-Kapitelsaal. Gleichzeitig war der «Blaue Hof» auch ein Domherrenhaus. Der «Blaue Hof» wurde insofern bestimmend für die gesamte Anlage, als die Hauptachse des Domes auf seine Hauptfassade ausgerichtet wurde, und zugunsten dieses Bezuges verzichtete man auf die Ostung des Domes: Sein Chor ist nach Südosten orientiert. Der «Blaue Hof» mit Archiv und Nebengebäuden wurde 1820/1821 abgebrochen. Seine genaue Lage und seine Grösse sind daher unbekannt; diverse Ansichten jedoch lassen erkennen, dass er das grösste Wohngebäude des Domkapitels war. Erhalten geblieben sind lediglich die steinernen Torpfosten, die in das Hofareal und zur Hauptfassade führten; sie lassen noch heute die Ausrichtung des Domchores auf das verschwundene
Gebäude erkennen.